Der Arbeitssicherheitstag am Forstlichen Stützpunkt Calmbach fand trotz Corona einen guten Zuspruch. Rund 100 Teilnehmer sind der Einladung am 18. September 2020 gefolgt und haben die Veranstaltung besucht, die in einer Kooperation von Forst Baden-Württemberg AöR, der Landesforstverwaltung, der Forstkammer, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Gartenbau und Forsten (SVLFG), der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und dem Verband der Agrargewerblichen Wirtschaft (VdAW) e.V. organsiert wurde. An der Durchführung beteiligt waren außerdem die Firmen Bareither & Raisch Funktechnik, die Forstreich GmbH, der Forstservice Guido Sprenger sowie das Forstunternehmen Michael Widiner.

Vor dem Hintergrund der langen Trockenheitsperioden und Hitzewellen und aktuell über 3.5 Mio. Festmetern geschädigter Bäume aller Waldbesitzenden in Baden-Württemberg steht die Forstwirtschaft nicht nur wirtschaftlich unter Druck, sondern vor allem anderen vor erheblichen arbeitsschutzrelevanten Herausforderungen. Nach verschiedenen Grußworten durchliefen alle Teilnehmer aufgeteilt in Kleingruppen fünf Stationen mit Vorträgen und Demonstrationen rund um das Thema Arbeitssicherheit und neue Techniken.

An Station 1 demonstrierten Josef Klöble und Manfred Rentschler die Zug- und Bremskraft einer Seilwinde am mobilen Windenprüfstand. Ebenso stellte Stefain Raisch von Forstreich seine aktuellen Fällkeile vor.

Stützpunktleiter Walter Bopp erläuterte und demonstrierte an Station 2 die Anwendung des Königsbronner Starkholz-Verfahrens (KST) und der Königsbronner Anschlagtechnik (KAT).

Für den Besuch der Station 3 ging es mit dem Bus in den Wald. Mit Guido Sprenger warteten dort 25 Jahre praktische Erfahrung als Fachkraft für Arbeitssicherheit. Sein Bericht aus der Praxis zeigte eindrücklich, wie wichtig Unterweisungen, Dokumentationen und Gefährdungsbeurteilungen sind. Am großen Spannungssimulator zeigte Bastian Lorenz von ForstBW AöR, wie der Schnitt mittels Haltezapfen ausgeführt wird.

Station 4 bot einen Vortrag über das digitale Borkenkäfer-Management mit der Collector App von Florian Nuding (MLR). Jerg Hilt von der Forstkammer referierte zu rechtlichen Aspekten bei Arbeitsaufträgen und Verkehrssicherungspflicht.

Anschließend demonstrierte Forstunternehmer Michael Widiner die Leistungsfähigkeit seiner APP und Drohne bei der Suche von kranken Bäumen (einen ausführlichen Bericht hierüber finden Sie auf Seite 14 im VdAW-Magazin “Dienstleister intern” Nr. 5/2020).

Die Themen an Station 5 waren Unfallschwerpunkte und Präventionsmaßnahmen (Jochen Baumgart, SVFLG), Qualitätssicherung im Forst (Philipp Polosek, VdAW) sowie die Ergebnisse einer Studie zur Arbeitssicherheit (Dr. Udo Sauter, FVA).

An allen Stationen wurde auch lebhaft diskutiert und die Resonanz der Teilnehmender war durchweg positiv. Zufrieden mit dem Verlauf war auch Waldkönigin Johanna Eich und die Organisatoren Felix Reining, Walter Bopp und Philipp Polosek.

Einen ausführichen Bericht finden Sie als PDF-Download am Seitenende.